Im Gespräch mit DMA-Dozent Stephan Braun

Stephan Braun ist Fernsehkameramann und seit 1999 für das ARD Hauptstadtstudio tätig. Darüber hinaus produziert er eigene Dokumentarfilmformate. An der DMA-medienakademie in Berlin doziert er u.a. in den Modulen Filmgestaltung, Filmtheorie und Medienkonvergenz.

Was unterrichten Sie an der DMA?
Bildgestaltung, Filmtheorie, Filmwissenschaft, Filmgeschichte, audiovisuelle Medien

Worin besteht Ihre Motivation, junge Leute an der DMA zu unterrichten?
Heutzutage ist die Erstellung audiovisueller Produkte für nahezu jeden möglich. Die Technisierung gibt uns z.B. die Möglichkeit mit einfachen Mitteln eigene Filme zu erstellen. Die „smarten“ Produktionsmittel geben uns unendliche Möglichkeiten der kreativen Gestaltung. Kameras können fahren, auf allen Achsen rotieren und sogar fliegen. Aber warum sie beispielsweise welche Bewegung ausführen, darf nie beliebig sein. Kameraeinstellungen und Bewegungen haben oft ein Motiv, eine narrative Funktion. Genau dort beginnen Kunst und Handwerk. Das Wissen und Erlernen dieses Handwerkes scheint mir daher wichtiger als je zuvor, um auf dem Medienmarkt zu bestehen und neues zu entwickeln.

Was können Sie persönlich an die DMA-Studierenden weitergeben?
Durch mein Studium der Gesellschaft und Wirtschaftskommunikation, verfüge ich über eine wissenschaftlichen Hintergrund um moderne Medienprodukte analytisch betrachten zu können. Meine praktischen Erfahrungen im Bereich Film, Dokumentationen und Nachrichten sind ein reicher Fundus, um den Studierenden einen praktischen Bezug zu vermitteln und um auch praktisch mit der Kamera, dem Licht und dem Ton zu arbeiten.

Was müssen Studierende mitbringen, um später im Beruf erfolgreich zu sein?
Die Faszination für Film. Ein hohes Maß an Flexibilität, Ausdauer und Teamgeist.

Welche Eigenschaften sollte man für ein Studium an der DMA mitbringen?
Neugierde und die Motivation Dinge selbst zu probieren. Disziplin und Spaß an einer wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit medialen Formaten. Ein technisches Grundverständnis ist sicher nicht verkehrt.

Wo entwickelt sich die Branche hin? Welche Trends sehen Sie?
Ob wir in einigen Jahren noch das klassische Fernsehen als Leitmedium haben oder nicht - Content wird immer gefragt sein und produziert werden, die Plattform ist relativ egal. Audiovisuellen Medien wird die höchste Authentizität zugesprochen, das macht sie auch begehrlich für manipulative Vorhaben. Das Wissen darüber und der verantwortungsvolle Umgang damit, ist daher eine wichtige gesellschaftliche Aufgabe.