Von Tonndorf in die Welt: im Gespräch mit Sarah Fürstenberg, DMA-Absolventin „Konzeption und Regie“

Sarah Fürstenberg hat 2015 ihr Studium an der DMA-medienakademie in Hamburg im Fach Film und Fernsehen mit der Studienrichtung Konzeption und Regie begonnen. Nach ihrem erfolgreichen Abschluss mit dem „Bachelor of Arts“ in diesem Jahr zog es sie in die Welt hinaus…

Sarah, du hast Konzeption und Regie an der DMA-medienakademie in Hamburg studiert. Nun bist du in Prag und machst ein einjähriges Programm für Filmemacher an der FAMU (Film and TV School of the Academy of Performing Arts in Prague, in Prag mit Spezialisierung „Directing Fiction“. Wie genau sieht das aus?
Wir sind 18 Film-Studierende aus 14 verschiedenen Ländern dieser Erde. Das System ist modern, gleichzeitig ist die FAMU einer der ältesten Filmschulen der Welt. Jeder Studierende fokussiert sich auf einen Bereich wie z.B. ´Directing Fiction´ oder ´Cinematography´ und wird in diesem durch einen Mentor sowie individuelle Projekte gefördert. Innerhalb der Projekte arbeiten wir mit tschechischen Producern, Erasmus- und Master Studenten zusammen, die uns in den verschiedenen Departments unterstützen. In dem Jahresprogramm muss jeder Student 60 Credits erreichen, die man durch unterschiedliche Module - die wir am Anfang des Semesters wählen - und Projekte, sammelt. Ich wähle also nur Themen aus, die mich interessieren, wie z. B.: Screenwriting, Editing oder Language of Cinema.

Du hast bereits einen eigenen Kurzfilm produziert. Wir haben uns mal deine Crew angeschaut und viele der DMA bekannte Namen gesehen… Erzähl uns doch bitte von deinem Film!
Der Kurzfilm heißt „Through Her Eyes“: Durch den lautstarken Streit ihrer Eltern liegt Emily wach im Bett und kann nicht schlafen. In den frühen Morgenstunden geht sie in den Wald, sammelt Stöckchen, pflückt Blumen und stellt diese auf die beiden Nachtschränkchen ihrer Eltern. Als ihre Eltern aufwachen und in dem Glauben sind, ihr Partner hätte das Geschenk auf das Nachtschränkchen gelegt, haben sie durch die Freude darüber ihren Streit vergessen.

Den Film habe ich produziert, um mich an Filmschulen zu bewerben. Nachdem ich bei der NFTS in London abgelehnt worden bin, habe ich durch viel Glück, sehr spontan einen Platz an der FAMU bekommen. Durch die Anmeldefrist an der NFTS hatte ich nur drei Monate Zeit um einen Film zu machen und habe deshalb alles während meines Praktikums in Berlin organisiert und geplant. Ich hatte ein super tolles Team, welches zum großen Teil aus Studierenden der DMA-medienakademie bestand. Daniel Kadour hat mich in der Produktion unterstützt, Patrick Locher war als Kameramann dabei, Gesine Helten hat den Film geschnitten und Magdalena Schippmann war meine Regieassistentin. Jan Frers war für das Licht verantwortlich. Auch Caro Buechele war als Script Conti im Team sowie Sven König als Tonmeister. Timo Ritter hat unsere bezaubernde Schauspielerin auf trapp gehalten und Vanessa Schnarre im Set-Design unterstützt. Auch Mareike Fell, unsere Dozentin in Schauspielführung hat mich in der Suche nach Schauspielern unterstützt. Das gesamte Team war wirklich toll, dafür bin ich sehr dankbar.

Für deinen Film wurdest du bereits beim Türkischen Filmfestival in Frankfurt ausgezeichnet. Herzlichen Glückwunsch! Außerdem warst du in China, weil dein Film in der Kategorie „Best Short Drama“ beim China International New Media Short Film Festival nominiert war. Wie lief das mit den Festivals ab?
Über die Seite ´Filmfreeway´ habe ich den Film bei unterschiedlichen Festivals eingereicht. Weitere Festivals wurden mir durch die DMA oder Freunde zugesendet. Habe es kaum geglaubt als die mich aus Frankfurt angerufen haben und mir mitteilten, dass ich gewonnen hätte. Eine Woche später kam der Anruf aus China, das war noch unglaubwürdiger. Am interessantesten (in China, Anm. d. Red.) waren tatsächlich die Leute und die anderen Regisseure, die mich teilweise sehr inspiriert haben. Sehr international und eine große Altersspanne. Heute wurde ich tatsächlich nach Nigeria zum Kurzfilm Festival Inshort eingeladen, aber an dem Datum kann ich leider nicht. Ich versuche jemand anderen für mich hinzuschicken, mal schauen ob das klappt!

Kleine Zeitreise: Du hast dein Studium an der DMA 2015 begonnen. Was ist das Wichtigste, das du aus deinem Studium an der DMA mitgenommen hast?
Für mich ist das wichtigste die Kommunikation zwischen den Gewerken und dem Bewusstsein über seine eigene Aufgabe in einem Team. Aus diesem Grund habe ich versucht in jedem Projekt eine andere Position zu übernehmen, um jedes Gewerk verstehen zu können, auch wenn das ´nur´ oberflächlich möglich ist innerhalb der kurzen Zeit.

Vielen Dank, liebe Sarah, für das Gespräch!