Im Gespräch mit Morena Bartel, Schauspielerin und Stimm- und Sprechtrainerin

Morena Bartel begann ihre Laufbahn als Schauspielerin an verschiedenen großen Häusern. Darunter das Ernst Deutsch Theater, das Ohnsorg-Theater und die Münchner Schaubühne. Daneben gründete sie das mobile Kinder- und Jugendtheater „Theater am Strom“.

Früh entdeckte sie ihre Leidenschaft für die Stimme und den stimmlichen Ausdruck. Seit 2012 ist sie autorisierte Linklater-Stimmtrainerin. Diese Methode unterstützt nicht nur Schauspieler in der Entwicklung ihrer Stimme.
An der DMA-medienakademie in Hamburg unterrichtet Morena Bartel in der Studienrichtung „Media Acting und Moderation“.

Morena, du unterrichtest das Modul „Stimme und Sprache“. Was genau lernen die Studierenden bei dir?
Zunächst lernen die Studierenden, wie die Stimme funktioniert. Sie erfahren den Zusammenhang von Körper und Stimme, wie der Atem optimal fließt und ausreichend zur Verfügung steht. Sie lernen den Eigenton kennen und was die Stimme stärkt. Artikulationsübungen beenden den ersten Teil des Moduls. Im zweiten Teil liegt der Schwerpunkt in der Textgestaltung: Wir trainieren an unterschiedlichen Texten den sprecherischen Ausdruck. Da die Stimme die Persönlichkeit widerspiegelt, ist die Arbeit ein sehr persönlicher Prozess. Es braucht Interesse und Wahrnehmung und manchmal auch Mut, damit die Stimme „stimmig“ klingt.

Stimme und Sprache nutzen wir alle täglich. Hast du einen Tipp, wie wir sie stärken können?
Wichtig ist das Bewusstsein: Zur vollkommenen Kommunikation gehören Intellekt, Gefühl, Körper und Stimme gleichermaßen. Die Stimme kann vor allem durch das Training mit einer guten Stimm- und Sprechtrainerin gestärkt werden. Neugierde und Offenheit sind das A und O!

Welchen Rat gibst du Studierenden für ihre berufliche Zukunft?
Der erste Eindruck zählt. Die Stimme ist die akustische Visitenkarte. Deshalb: mehr Eindruck durch Ausdruck! Gute Inhalte sind wichtig. Aber: Ob die Zuhörer sich überzeugen und begeistern lassen, hängt entscheidend von der Stimme und der Körpersprache ab. Deshalb ist Stimmtraining so wichtig!