Studienrichtung: Konzeption und Regie

Konzeption und Regie Studium

Aus Ideen machst du Produktionen!

 

Von Drehbuch bis Dramaturgie...

Deine konzeptionelle Führungsstärke ist für die Umsetzung in Video, TV oder Film eine Schlüsselkompetenz. Für welche Zielgruppen wirst du digitalen Content produzieren? Musst du dramaturgische Verlinkungen zwischen unterschiedlichen Distributionsformen berücksichtigen? Kannst du die Ansprüche der Auftraggeber erkennen und erfüllen? Während des Studiums fördern wir auf Basis wissenschaftlicher Fundamente die Techniken wie Drehbuch, Bildgestaltung, Filmsprache, Produktion und Dramaturgie. Im Anschluss an dein Studium ist der Einstieg ins Berufsleben beispielsweise als Konzeptioner, Regisseur, Dramaturg, Regieassistent oder auch Stratege möglich.

Inhalte im Studium Konzeption und Regie

Die dma bildet dich nicht ausschließlich im Bereich Regie aus. Ebenso stark setzen wir mit dir auf die Konzeption von Bewegtbild, ein Bereich der in den vergangenen Jahren eine immer höhere Bedeutung erhält. Wenn du dich im Medienproduktions-Studium breit aufstellst, sind deine Chancen für einen erfolgreichen Karrierestart hervorragend.


Studienablauf Konzeption und Regie

Grundlagen und Basiskenntnisse (1. und 2. Semester)

Fachkenntnisse und Lehrprojekte (3. und 4. Semester)

  • Filmgestaltung 
  • Lichtgestaltung
  • Medienkonvergenz 
  • Konzeption und Formatentwicklung 
  • Vertiefung Dramaturgie 
  • Recherche und Stoffentwicklung 
  • Storytelling und Drehbuch
  • Schauspielführung
  • Projekt Interdisziplinäre Produktion I und II

Lehre an der Hochschule Mittweida (5. und 6. Semester)

  • Reflexionsmodul
  • Medien- und Kommunikationswissenschaft
  • Gründungsmanagement
  • Wissenschaftliches Publizieren
  • Lehrprojekt Unternehmen
  • Bachelorprojekt

Im Gespräch

mit Gunars Martinsons, Director und Dozent an der DMA in Hamburg

Gunars Martinsons, geboren und aufgewachsen in Wisconsin in den USA, ist seit über 30 Jahren in der Werbebranche tätig. Als Director hat er weltweit große Kampagnen entwickelt und umgesetzt. An der DMA-medienakademie Hamburg unterrichtet er u.a. in der Studienrichtung „Konzeption und Regie“.

Gunars, du unterrichtest an der DMA Hamburg zum Beispiel die Seminare „Ideenentwicklung“ und „Konzeptplanung“. Was lernen die Studierenden bei dir?
In den Seminaren „Ideenentwicklung“ und „Konzeptplanung“ geht es primär um Ideenfindung durch verschiedene Brainstorming-Techniken und Gruppenarbeiten. Die Studierenden lernen wie sie aus einer großen Menge von Ideen und Möglichkeiten die wichtigsten und passenden Konzepte finden, um sie dann umzusetzen. Vor allem lernen sie, dass jedes Konzept ohne eine herausragende Idee zweitklassig bleibt – selbst, wenn die Umsetzung sehr gut ist.

Du kennst die Werbebranche sehr gut! Inwiefern hat sich der Markt verändert und welche Entwicklungen siehst du in den kommenden Jahren?
Ich bin seit über 30 Jahren in der Werbebranche tätig und auch, wenn sich vieles verändert hat in Sachen digitale Medien und Plattformen, auf denen Arbeiten platziert werden können, bleibt eins immer konstant: du musst eine tolle Idee haben, um wirklich etwas zu bewegen. Ich erzähle meinen Studierenden immer wieder: the big money is in the idea. Alles andere ist nur Technologie. Dies betreffend werden große Veränderungen kommen in den nächsten Jahren. Die Technologie wird das Aufnehmen von Bildern leichter und besser machen, die Vernetzung durch verschiedene Plattformen wird ausgebaut werden und die Medien, die wir jetzt schätzen, werden sich auch rapide wandeln. Facebook wird in fünf Jahren nicht mehr das sein, was es heute ist.

Was rätst du Studierenden, die in der Branche durchstarten möchten, für ihre Zukunft?
…always stay open to everything new and be willing to change, change, change, but keep the ideas flowing.


… Mareike Fell, Schauspielerin und Coach

Mareike Fell ist seit über 20 Jahren als Schauspielerin und Sprecherin tätig. Aber nicht nur das: parallel dazu entwickelte sie 2006 ein umfassendes Konzept, um RegisseurInnen die Angst vor der Schauspielführung am Set zu nehmen. Dabei bekommen sie in Theorie und Praxis Tools und Methoden an die Hand, mit denen sie schnell ihre eigene Idee der Szene zu der des Schauspielers/der Schauspielerin machen können ohne an Schauspielqualität zu verlieren - ganz im Gegenteil! An der DMA-medienakademie Hamburg unterrichtet Mareike Fell die Module Schauspiel und Schauspielführung in der Studienrichtung Konzeption und Regie.

Du unterrichtest an der DMA in der Studienrichtung „Konzeption und Regie“ das Modul „Schauspielführung“. Was genau lernen die Studierenden bei dir?
Das Modul Schauspielführung führt für die RegisseurInnen Theorie und Praxis des Inszenierens zusammen: Im Theorieteil bekommen sie die Tools und Grundlagen erklärt, die sie im Praxisteil dann in der Szenenarbeit mit SchauspielerInnen anwenden - und es ist nach der ersten Verwirrung durch die vielen Informationen des Theorieblocks jedes Mal ein großes AHA-Erlebnis! Danach ist die „Blackbox Schauspieler“ verstanden und macht in der Regel keine Angst mehr, da die Tools einfach und schnell anwendbar sind. Sie haben damit alles an der Hand, um den SchauspielerInnen ihre Vision der Szene zu vermitteln, denn - oh Zauber - es geht gar nicht darum, die eigene Vision zu vermitteln, sondern darum, durch die Arbeit auf der Landkarte des Schauspielers zu erreichen, dass der Schauspieler aus sich heraus das spielt, was die Regie im Schnitt braucht, um genau IHREN Film zu machen. Klingt etwas verwirrend, ich weiß! Aber ist eigentlich ganz einfach - sagen sie nachher alle...

Du kennst beide Seiten gut – sowohl das Schauspiel als auch die Regie. Welche Entwicklungen siehst du in diesem Bereich?
Durch den Einfluss der onDemand-streaming-Dienste wie zum Beispiel Netflix oder Amazon prime ist nach dem Einbruch nach 2001 endlich wieder deutlich Bewegung in die Szene gekommen! Die Sender sind gezwungen, mutiger zu werden und die schiere Menge an Produktionen bringt endlich wieder mehr SchauspielerInnen in Lohn und Brot - gerne auch neue Gesichter, da keine Redaktionen mitreden, die gerne auf senderspezifische Gesichter gesetzt haben. Die Kreation wird wieder zurück verlagert zu den Kreativen, das gefällt mir sehr! Allerdings ist das Drehtempo heute auch um einiges schneller, so dass sich auch in den Schauspieltechniken einiges getan hat: Weg von mir selbst und speziellen Techniken hin zum Gegenüber, radikales Spiel aus dem Moment heraus, mit allem, was ich als Schauspielerin in genau diesem Moment mit mir trage. Das Tolle daran ist die unglaubliche Echtheit und Intensität - auch wiederholbar über viele Takes. Die Kamera kann ganz dicht ran und der Zuschauer gleich mit. Für die Regie bedeutet die dynamische Entwicklung, dass sie unglaublich schnell arbeiten muss, was eine sehr präzise Vorbereitung braucht, die aber dennoch so flexibel gestrickt sein muss, dass auch vor Ort schnell noch Änderungen eingespeist werden können.

Eine große Chance sehe ich in dem Bereich der selbst produzierten Webserien: Es können sich im Grunde freie Communities aus Schauspiel, Regie, Kamera und Produktion bilden und einfach loslegen. Geschichten und Charaktere können langsam entfaltet werden, Ende offen! Bettina Zimmermann hat das zusammen mit ihrem Mann Kai Wiesinger eindrucksvoll bewiesen: Ihre Serie wurde 2015 mit Sponsorengeldern von Vodafone und Opel produziert, nun aber im März 2018 vom Amazon Prime ins Englische synchronisiert und in 200 Länder verkauft - da geht doch was!

Welche Eigenschaften braucht es deiner Meinung nach, um im Bereich Konzeption & Regie erfolgreich zu sein? Was rätst du Studierenden für ihre Zukunft?
Für Konzeption und Regie gilt dasselbe wie für das Schauspiel: bleibe ganz bei dir und deinen Themen und erzähle sie mutig und radikal - ob das nun heißt radikal neu, oder radikal anders oder radikal ehrlich ist im Grunde nicht so wichtig. Aber es kann, darf und soll wieder was gewagt werden! Es ist eine tolle Zeit für neue Leute mit neuen Ideen und Konzepten! Passende Eigenschaften sind daher sicherlich Neugier, Mut, eine bunte Fantasie und starke Vision, eine gehörige Portion Dickköpfigkeit und Verrücktheit und natürlich Durchhaltevermögen. Und unbedingt eine große Offenheit und Wendigkeit im Kopf, um auch weiterhin Schritt halten zu können. Dann kann das glaube ich ganz lustig werden...


In der Praxis

Transmediales Erzählen Januar bis Juli 2018

Die Studierenden der DMA-medienakademie in Hamburg in der Studienrichtung Konzeption und Regie im 3. Semester erarbeiten derzeit eine transmediale Geschichte mit dem Thema Leben nach dem Tod. Utopie oder Realität? (Der Traum vom ewigen Leben.)

Die Story soll sowohl klassische szenische Elemente beinhalten aber auch Elemente wie soziale Medien, interaktive Medien etc. einschließen.

Wir sind gespannt auf die ersten Ergebnisse. Nicht nur das Konzept schreiben und entwickeln die Studierenden, sondern alle filmischen Elemente, Bildinhalte und Texte werden von den Studierenden selbst produziert.

Das Dozententeam mit Marion Schlereth, Florian Groß und Thomas Oliver Walendy unterstützt die Studierenden tatkräftig bei Ihrem Projekt.


Kooperationsprojekt Nacht.Leben.Berlin des Berliner Kurier

Berlin schläft nie. Wer im Nachleben der Hauptstadt unterwegs ist, der landet manchmal sogar vor der Kamera unserer Studierenden.

Die DMA medienakademie in Berlin. hat in Kooperation mit dem Berliner Kurier Menschen im Rahmen der Serie Nacht.Leben.Berlin bei ihren unterschiedlichsten Aktivitäten porträtiert.

In Zusammenarbeit mit Kurier-Reporter und DMA-medienakademie-Alumni Florian Thalmann setzten die Studierenden Konzept, Dreh, Schnitt und Produktion um.

In 4 Kurzfilmen tauchen die Zuschauer ein in das Leben schlafloser Berliner Bürger. Am Kottbusser Tor begegnet man den Blumenhändlern Yusuf Dinç und Esref Cayir, bei dem Mann und Frau 24 Stunden 7 Tage die Woche seine Blumen kaufen kann. Während Yusuf über jede Blumenfarbe etwas zu erzählen hat, sorgt das Heizkraftwerk Adlershof, dass uns zu Hause und in den Geschäften der Stadt auch nachts wohlig warm ist.

Für die Folge "Nachts. Ein Kraftwerk. Viel heißes Wasser" waren die Studenten vor Ort unterwegs und haben die Mitarbeiter zum Thema Wasser und Wärme befragt. Der dritte Beitrag lässt einen das Wasser im Mund zusammenlaufen. Unsere Studierende tauchten mit der Kamera ein in das Nachtleben des Hotels The Westin Grand Berlin und zeigen uns was dort in der Küche von Frau Will für Gäste am Morgen zubereitet wird. Für den vierten Teil der Serie suchten sich die Studenten ein bekannteres Genre. Im vielfältigen Kneipenleben zeigt sich das Gesicht der City bei Dunkelheit.

Die genannten Beiträge von Nacht.Leben.Berlin findet Ihr hier


Unsere Dozenten (Auswahl)

Christoph Mangler

Christoph Mangler ist als Ein-Mann-Filmteam unterwegs in der Filmindustrie.

Florian Groß

Florian Groß – Deutscher Filmproduzent und Dozent

Christopher Abèe

An der DMA - die medienakademie lehrt der studierte Grafik-Designer Christoph Abée...

Monika Muschler

Monika Muschler ist derzeit Dramaturgin bei „Sturm der Liebe“.

Gunars Martinsons

Der gebürtige Amerikaner (aus Madison, Wisconsin), studierte Kunst- und Film an der...

Christian Maintz

Christian Maintz

ist Autor, Literatur- und Medienwissenschaftler.

Wolfgang Lanzenberger

Wolfgang Lanzenberger, M.A., ist Regieleiter bei der ProSiebenSat.1 Produktion in München.

Karen Markwardt

Karen Markwardt ist seit 20 Jahren erfolgreiche Fernseh-Moderatorin und Regisseurin.